Uhrenreparatur 
Anleitung

Uhrenreparatur

Anleitung

Uhrmacher Werkzeug, Uhren Werkzeug, Uhrmacher Bedarf, Uhrmacher Zubehör, Uhrmacherwerkzeug, Uhrenwerkzeug, Uhrenarmbänder, Uhrenzubehör, Uhrenbeweger, Uhren Beweger, Armbanduhren, Gehäuseöffner, Rolexöffner,

Qualität

Werkzeug ist nicht gleich Werkzeug. Die Qualitätsunterschiede sind zum Teil enorm und selbst für das geschulte Auge auf den ersten Blick oft nicht erkennbar. Was können Sie erwarten? Hier ein Beispiel: Ein Gehäuseöffner im Wert um 10/12 Euro ist für normale Anwender (gelegentliches Öffnen eines Schraubbodens für Batteriewechsel oder Pflege) geeignet,  15-20 Euro für Sammler und Uhrenliebhaber, Heim-Profis kaufen Werkzeug Made in Germany/Swiss (hier der original Bergeon-Öffner für täglichen gebrauch).

Richtig fixieren - die halbe Miete

Eine Uhr spannt man nicht einfach in einen Schraubstock! Hier walten viel zu hohe Kräfte, Oberflächen können leicht zerstört werden, ja das Uhrgehäuse kann beschädigt werden. Auch verhindern seitliche Bedienknöpfe oft das sichere Einspannen, Federstege können abbrechen usw. Andererseits braucht man immer eine "dritte Hand", um die Uhr sicher zu fixieren und dann mit beiden Händen arbeiten zu können. Mit Spezial-Haltewerkzeugen wird auch das sichere und schonende Festhalten von Uhrgehäusen zum Kinderspiel. Sie erfassen die unregelmäßigen Formen der Uhr sicher und halten Sie schonend fest. Es kommt der Universal-Gehäusehalter zum Einsatz, der über eine verstellbare Lochmatrix verfügt, in die vier Stahlstifte so einsteckbar sind, dass auch sehr unregelmäßig geformte, etwa unsymmetrisch dreieckige Gegenstände sicher eingespannt werden können. Die Spannweite beträgt dabei bis zu 60 mm! Einfach die Uhr auf den Gehäusehalter auflegen, die Stahlstifte in die nächsten Öffnungen des Halters stecken und dessen Backen vorsichtig verspannen. Der Halter lässt sich wahlweise mit dem Holzgriff oder in einem Schraubstock eingespannt betreiben. Eine weitere Möglichkeit bietet der Block-Gehäusehalter mit den materialschonenden Kunststoffbacken. Das Funktionsprinzip ist dabei gleich dem Universal-Halter.

Öffnen und Schließen - allgemein

Schon das einfache Abheben und Einpressen des Uhrenbodens beim Batteriewechsel, Reinigung oder Austauschen der Dichtungen bereitet oft genug Schwierigkeiten, weshalb man meist den Fachhandel oder den (teuren) Service zu Rate zieht. Mit den professionellen Uhrgehäuseöffnern und Einsatzzwingen wird diese Arbeit zum materialschonenden Kinderspiel. Für den Einsatz der Uhrgehäuseöffner   (Schraubbodenöffner, Gehäusemesser für gepresste Böden, Spezialöffner) empfehle ich, einen Gehäusehalter einzusetzen, um der Uhr beim Öffnen einen wirklich sicheren Halt zu geben. ( Sie bekommen bei mir auch: Glas.- und Bodeneinsatzzwinge für Pressböden und von vielen vergessen: O-Ringe zum ABDICHTEN sowie Silikonfett ).

Schraubboden

Einen Schraubboden erkennt man an den auffälligen Sicken, die ein Angreifen der Öffnerkrallen erlauben. Egal, ob man den Profi-Uhrgehäuseöffner (für Rolex-Uhren einen Spezialöffner*) oder den klassischen Uhrgehäuseöffner einsetzt, die Vorgehensweise ist in etwa immer gleich. Zunächst setzt man den Öffner auf den Uhrgehäuseboden so auf, dass die Krallen genau in die Sicken des Bodens greifen. Dann spannt man die Krallen des Öffners mit dem Rändelrad bzw. Rändelgriff, bis der Öffner fest auf dem Uhrgehäuseboden sitzt. Jetzt den Öffner* vorsichtig gegen die Uhrzeigerrichtung drehen, bis sich der Deckel deutlich gelöst hat - nicht komplett herausschrauben! Jetzt den Öffner durch Lösen der Arretierung wieder abnehmen und den Boden mit der Hand herausschrauben. Ist aus irgendeinem Grunde die Bodendichtung beschädigt, so muss diese unbedingt durch eine NEUE DICHTUNG ersetzt werden, um später die Wasserdichtigkeit wieder zu gewährleisten. Das Schließen erfolgt in umgekehrter Reihenfolge: Zuerst die Dichtung mit etwas Silikon behandeln, dann Dichtung sauber einlegen, Deckel vorsichtig auf das Gewinde aufsetzen und mit der Hand einschrauben (handfest und in Uhrzeigerrichtung). Dabei unbedingt ein schiefes oder verkantetes Einschrauben vermeiden! Das feine Gewinde ist sofort beschädigt und die Uhr damit mindestens undicht, meist aber sogar ganz unbrauchbar. Erst für den letzten festen Halt wieder den Öffner aufsetzen und den Gehäuseboden endgültig (sehr vorsichtig!!) festschrauben. * Spezialöffner haben i.d.R. Öffneraufsetzer, die nur auf die Gehäuseböden aufgesteckt werden müssen.

Einpressboden

Auch für das Öffnen von Einpressböden empfehle ich den Einsatz des Gehäusehalters. Das Ansetzen des Gehäusemessers (keinen Schraubendreher o.ä. verwenden!!) erfolgt an der kleinen Kerbe, die sich bei den meisten Uhren gegenüber den Armbandstegen befindet. Hier wird das Gehäusemesser mit der Spitze eingeführt. Dabei positioniert man das Messer so, dass er sich beim anschließenden Aushebeln des Uhrbodens z. B. gegen einen Armbandsteg abstützt. Jetzt beginnt das Öffnen durch vorsichtiges Aufhebeln und gleichzeitiges leichtes Drehen des Messers um die eigene Achse, bist der Deckel herausspringt. Dabei ist mit der anderen Hand kräftig gegenzuhalten, falls der Gehäusehalter nicht fest am Arbeitsplatz fixiert ist. Auch hier muss vor dem Schließen des Gehäuses die Dichtung kontrolliert werden. Eine beschädigte DICHTUNG ist unbedingt auszuwechseln. Nach dem Einlegen der Dichtung wird der Gehäuseboden mit beiden Daumen gleichzeitig eingepresst. Meist äußert sich der feste Sitz durch ein Einrastgeräusch. Für viele Uhren reicht aber die Daumenkraft nicht aus, deshalb empfiehlt sich hier der Einsatz einer Glas- und Bodeneinsatz-Zwinge, die es als Profi-Zwinge mit hebelverstärkter Druckvorrichtung gibt. Verschiedene, mitgelieferte Druckplatten aus Kunststoff ermöglichen eine Anpassung an die Uhrmaße und vermeiden Kratzer. Diese Zwingen fixieren die Uhr sicher und drücken, richtig angesetzt, den Deckel sehr gleichmäßig und schonend ein.

Armband kürzen

Zu nächst müssen Sie prüfen, wie die Glieder Ihres Rollenarmbands gesichert sind. Die häufigsten Methoden sind Schrauben oder Stifte. Die Stifte sind leicht mit einem Stiftausdrücker zu entfernen; hierbei ist zu beachten, dass nur sehr leicht ausdrückbare Stifte gemeint sind (andernfalls zerstören Sie das Werkzeug) - für festsitzende Stifte müssen Sie unbedingt ein Ansatzwerkzeug (Stiftaustreiber), oder noch besser mit einer Profi-Armbandkürzmaschine, mit einem Uhrmacherhammer benutzen (beides ist im Normalfall so leicht anzuwenden, das hier auf eine weitere Beschreibung verzichtet wird). Für geschraubte Armbänder brauchen Sie zunächst mal Uhrmacher-Schraubendreher; der Rest sollte selbsterklärend sein - bitte benutzen Sie keine Feinmechaniker-Schraubendrehen, denn diese sind i.d.R. viel zu groß und beschädigen dann die Schraube und evtl. auch das Armband !

Armband wechseln

Wer sich schon einmal mit einem Armbandwechsel gequält hat, wird ein Federstegbesteck schnell schätzen lernen. Kein nervtötendes Fummeln mehr, keine wegspringenden Federstege, keine Kratzer auf dem Uhrengehäuse - unser Federstegbesteck ermöglicht das problemlose Einsetzen und Herausnehmen der Federstege von Leder-, Stoff- oder Kunststoffarmbändern. Bei Metallarmbändern kommen oft spezielle, in die Ansätze des Metallarmbands integrierte Federstege zum Einsatz, die sich nur schwer demontieren Lassen. Hier sollte man evtl., um Kratzer und andere Schäden zu vermeiden, den Uhrmacher bemühen. Zudem verschleißen Metallarmbänder kaum und sind im Design ohnehin feste Bestandteile der Uhr, so dass man in aller Regel hier von einer Verbindung über die gesamte Lebensdauer der Uhr ausgehen kann. Anders liegt der Fall bei Leder-, Stoff- oder Kunststoffarmbändern. Diese verschleißen schneller, unterliegen oft auch Modeerscheinungen und werden schneller beschädigt als Metallarmbänder. Auf der anderen Seite sind sie sehr einfach auswechseln, wenn man ein Federstegbesteck einsetzt. Dazu fasst man ganz einfach nur mit den gabelförmig ausgebildeten Ende des Werkzeugs in den Spalt zwischen Armband und den Armbandhalter, bis man mit der Gabel den dünnen, beweglichen Teil des Federstegs (Haltestift) umfasst. Dann wird der Federsteg mit dem Besteck zusammengedrückt, bis der Haltestift aus dem Armbandhalter herausspringt. Dann lässt sich der Federsteg auch auf der gegenüberliegenden Seite herausnehmen. Nach dem Entfernen des zweiten Federstegs auf die gleiche Weise kann nun das Armband gewechselt werden. Beim Einsetzen des neuen Armbands ist zu beachten, dass der Teil, der die Schnalle trägt, an das obere Ende (Zwölf Uhr) gehört. Die Montage ist relativ einfach. Den Federsteg durch das Armband führen, seinen Haltstift an einem Ende in den Armbandhalter einsetzen. Dann mit der Gabel des Federstegbestecks den gegenüberliegenden Haltestift in den Federsteg eindrücken und so führen, dass er schließlich sauber in den Armbandhalter eingeführt wird. Nach dem Absetzen des Federstegbestecks wird der Haltestift durch die Feder im Federsteg ganz in den Armbandhalter gedrückt - der Federsteg sitzt jetzt fest an der Uhr.

Alles im Blick / alles im Griff

Für Sammler keine Frage: für viele Arbeiten benötigen Sie eine Uhrmacherlupe oder eine Kopfbandlupe. Stärken von 2,5 bis 10fach sind hier die empfehlbaren, gängigen Größen. Es gibt zahl- reiche Ausführungen:  Kunststoff.- oder Metallgehäuse und auch Brillenträger-Okulare.

Uhrenbatterien wechseln - ganz einfach

Wenn ein modernes Uhrwerk stehen bleibt, handelt es sich selten um einen Defekt, sondern nahezu immer um eine leere Batterie. Viele Uhren, vor allem digitale, haben heute bereits eine Batteriewarnanzeige, die signalisiert, wann ein Batteriewechsel ansteht. Eine Reihe von Uhren arbeitet auch mit modernen Energiespeichern, die fest in die Uhr integriert sind und eigentlich lediglich die Aufgabe haben, Ausfallzeiten des eigentlichen Energielieferanten zu überbrücken. Der heißt dann z. B. Solarzelle oder Schwerkraft-Aufzug und ist wie die gesamte Uhr völlig wartungsfrei, benötigt also niemals eine neue Batterie. Bei Uhren, die mit größeren Batterien wie Monozellen, Babyzellen, Mignon- oder Mikrozellen arbeiten, ist der Batteriewechsel in aller Regel sehr einfach, da sie meist von außen sehr gut erreichbar sind. Hier ist höchstens noch ein Batteriefach zu öffnen und die neue Batterie polrichtig!! einzulegen. Ein Tipp zum Typ: Verwenden Sie immer hochwertige Alkaline-Zellen, auch wenn das Sonderangebot im Supermarkt noch so lockt! Eine einzige ausgelaufene Batterie kann das Uhrwerk irreparabel beschädigen! Alkaline-Batterien von Markenherstellern wie Varta, Philips, Panasonic, Sanyo, Duracell, Energizer, Sony, Maxell und anderen laufen (fast) nie aus, sind sehr ergiebig und schonen zudem gegenüber herkömmlichen Batterien die Umwelt. Nachladbare Akkus lohnen sich hier übrigens nicht, da sie vor allem durch ihre Zellenspannung von nur 1,2 V für Uhren nicht immer geeignet sind. Im Normalfall hält eine Alkaline-Batterie 1-2 Jahre, was recht ökonomischen Betrieb bedeutet. Armbanduhren, Uhren in Organizern und Rechnern usw. arbeiten dagegen fast ausschließlich mit auswechselbaren Knopfzellen, die zwischen 1 und 5 Jahren haltbar sind. Wenige Uhrentypen arbeiten auch mit besonders langlebigen Lithiumzellen, die Lebensdauern von bis zu 10 Jahren aufweisen und so quasi nie gewechselt werden müssen. Oft sind diese Zellen fest ins Uhrwerk oder die Rechnerelektronik integriert und nicht austauschbar. Das Gerät bzw. die Uhr ist dann übrigens genau über den gleichen Weg zu entsorgen wie alle anderen Batterien:

Batterieverordnung

Nach der Batterieverordnung der Bundesregierung dürfen Batterien, Akkus und Geräte mit fest eingebauten Energiespeichern nicht im Hausmüll entsorgt werden, sondern sind entweder über den Handel, der entsprechende Sammelmöglichkeiten bereithalten muss, oder über die örtliche Sondermüllsammelstelle zu entsorgen.

Knopfzellen austauschen

Für einen Austausch der Knopfzelle in der Uhr muss man nicht unbedingt den Uhrmacher bemühen, es sei denn, er bietet diesen Service beim Kauf einer Knopfzelle kostenlos an. Ansonsten bleibt der eigene Knopfzellenkauf und der selbst vorgenommene Batteriewechsel meist preiswerter, vor allem, wenn man nicht nur die eine Uhr, sondern auch andere, etwa die der Familie oder der Verwandten, behandelt. Besonders dann lohnt sich auch die Anschaffung von speziellem Werkzeug zum Öffnen und Schließen der Uhr. In jedem Falle sollte man aber über Uhrmacherschraubendreher verfügen, um die winzigen Schrauben, die die Haltefeder für die Knopfzelle arretieren, fachgerecht lösen zu können. Wie man die Uhr öffnet und schließt, finden Sie oben im entsprechenden Kapitel. Je nach Konstruktion der Batteriehalterung lässt sich die Knopfzelle einfach mit einem Uhrmacherschraubendreher oder einer Pinzette heraushebeln oder nach Lösen der Halterung herausnehmen. Vor dem ersten Zerlegen sollte man sich das Innere der Uhr genau betrachten und ggf. Notizen zur Lage von Haltefedern, Abdeckfolien etc. machen. Welchen Batterietyp man benötigt, erfährt man im günstigsten Fall aus der noch vorhandenen Bedienungsanleitung. Ist diese nicht mehr vorhanden, so muss man die Uhr öffnen und erfährt dann durch die Einprägung in der Zelle den Batterietyp. Man muss nicht zwingend den gleichen Batterietyp wieder einsetzen, falls dieser gerade nicht verfügbar ist. Anhand einer Vergleichstabelle kann man die entsprechenden Äquivalenttypen ermitteln. Wesentlich ist die Einhaltung der gleichen Abmessungen der Ersatzbatterie. Äquivalenttypen können evtl. eine geringere oder größere Kapazität der Originalbatterie haben, ein Unterschied, mit dem man leben kann. Ansonsten sind Äquivalente problemlos einsetzbar. Allerdings sollte man auch hier auf Markenhersteller oder Garantien des Herstellers vor Auslaufen der Zelle achten.

Reinigung / Pflege

Für viele Uhren-Sammler ein beliebtes Thema. Bein mir bekommen Sie echte Ultraschallreiniger (42 Khz) für das schonende Reinigen der Metallteile (Armbänder etc.) sowie Uhren-Reinigungspinsel, Uhrwerksausbläser, Pinzetten, Arbeitsunterlagen, Handschuhe, Schleif.- u. Poliereinheiten, Dichtigkeitsmessgeräte etc.. Achtung: eigene Arbeiten an der Uhrmechanik führt häufig bei nicht FACHKUNDIGEN zur Beschädigung - hier gehört der Fachmann rann !